In Hamburg sagt man Tschuess

Nach 20 Jahren endet das Kapitel Deutsche Bank. Zum 01. März 2022 bin ich nun endgültig aus der Deutschen Bank ausgeschieden. Ein langer Weg geht damit zu Ende. Über meine Zeit bei der Deutschen Bank, sowie meine Erfahrungen und die Beweggründe meines Aussteigs möchte ich euch aus erster Hand berichten.

Meine Zeit bei der Deutschen Bank begann bereits mit jungen Jahren. Ich war noch Schüler, in meiner Heimat Aurich, als ich mich bei der Deutschen Bank bewarb. Zu meiner Freude, wurde ich nach Bremen eingeladen und bin nach einem erfolgreichen Assessment Center dort als Auszubildender zum Bankkaufmann beschäftigt worden. Und wie aus dem Nichts, fand ich mich mit 16 Jahren in Bremen Findorff wieder. Am 01.08.2001 begann ich also, 130 Kilometer entfernt von der Heimat, meinen Weg bei der Deutschen Bank. Bis zum Ende meiner Ausbildung blieb ich in Bremen wohnen und baute mir hier mein Leben auf. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung ging es für mich im Januar 2004 nach Osnabrück. Hier wohnte ich in einer kleinen Wohnung und pendelte jeden Tag in meine Filiale nach Bramsche. Dort arbeitete ich als Kassenwart und hatte meine erste Anstellung als Bankkaufmann inne. Da der Ort Bramsche schon damals sehr klein war, entscheid ich mich für den kurzen Pendelweg, um in Osnabrück ein wenig mehr erleben zu können. Nach 12 Monaten ergab sich mir die Chance in einer Filiale der Deutschen Bank in Leer eine Beratertätigkeit anzutreten. So verließ ich Osnabrück nach einem Jahr und arbeitete in Leer bis zum 31. August 2006.

Im Jahr 2006, nach 5 Jahren im Angestelltenverhältnis, regte sich in mir der Wunsch neue Alternativen kennenzulernen und mit eben diesen beschäftigte ich mich. In diesem Zuge lernte ich einen Regionalleiter des AWD kennen. Der Allgemeine Wirtschaftsdienst war früher eine Finanzdienstleistungsgesellschaft, bekannt durch Herrn Maschmeyer. Durch ihn habe ich mich das erste Mal mit dem Thema Selbstständigkeit in der Finanzdienstleistungsbranche beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt war mir bereits klar, dass auch die Deutsche Bank in diesem Segment vertreten ist. So lernte ich dann einen Salesmanager der Deutschen Bank kennen, der mich für die ersten Schritte in die Selbstständigkeit vorbereitete. Zum 01. September 2006 ging ich dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Nun konnte ich meine Wünsche nach selbstbestimmtem Arbeiten und finanzieller Freiheit gestalten und baute in der Filiale in Leer meine erste Station als selbstständiger Finanzberater nach §48 HGB der Deutschen Bank auf. Gleichzeitig arbeitete ich, während meiner Zeit in Leer, auch in einem Finanzberaterbüro in Emden. Schon sehr früh kristallisierte sich heraus, dass ich mich im Bereich der Immobilienfinanzierung besonders wohlfühle. Dementsprechend baute ich über die Jahre eine große Expertise in diesem Bereich auf. Neben der Immobilienfinanzierung war ich ebenfalls in den Bereichen Vermögensaufbau und -anlage aktiv. Hier beriet ich Kunden in Themen wie privater Rentenversicherung, Riesterrente, geschlossene Beteiligung und Fonds. 

Nach 3 Jahren wollte ich mehr! Im Jahr 2009 zog es mich zum Stern des Nordens. Die Metropole Hamburg sollte mein neues Zuhause werden. So wurden die Deutsche Bank Filialen am Klosterstern und Eppendorf mein neues Zuhause, im gewohnten Tätigkeitsumfeld. Auch privat war es Zeit für einen Wechsel, den ich nie bereut habe. In Hamburg gründete ich meine Familie mit Frau, Kindern und Haus. 

Für die Zeit in und mit der Deutschen Bank empfinde ich eine tiefe Dankbarkeit. – Hier habe ich sehr gut gelernt, was es heißt mit Zahlen umzugehen. Zugegeben, schon in Mathematik in der Schule war ich begeistert von Dreisatz, Formeln und allem was dazu gehört. Umso schneller, konnte ich mich bei der Deutschen Bank für die Beurteilung von Immobilienfinanzierungen, Zinseszinseffekt und das große Ganze begeistern. Auch witzige Momente gab es oft, ab und zu denke ich daran zurück, wie ich mit Partnern und Kollegen schmunzeln musste, wenn Filial- oder sogar Regionalleiter mal wieder abgelaufene Schuhe, ungepflegte Zähne oder einen abgetragenen Anzug während des Meetings anhatte. Um in dieser Branche erfolgreich zu sein, reicht es aber natürlich nicht nur aus, gut mit Zahlen arbeiten zu können. Auch die Person an sich, das Tun und Handeln gerade im Vertrieb muss geschult werden und auch diese Ebene wurde bei der Deutschen Bank mit der Vertriebsschule super betreut. Hier lernte ich nicht nur mit Kunden umzugehen, sondern auch den Umgang mit Kollegen und der Führungsebene. Hier wurde mir das Werkzeug für Tugend, Empathie und das bekannte Fingerspitzengefühl vermittelt.  

Ein Weg ist nicht immer einfach, und während einer Zeit von 20 Jahren, können sich die Sichtweisen auf die Dinge auch ändern. So war es auch bei mir. Während meiner Zeit als selbstständiger Finanzberater habe ich auch Produkte verkauft, hinter denen ich heute nicht mehr stehe. Zum Beispiel würde ich so gut wie alles, was mit dem Bereich privater Rentenversicherungen zutun hat aufgrund zu hoher Kostenstrukturen nicht mehr empfehlen. Auch Bausparverträge sind hier ein Stichwort. Zu diesen Themen, werde ich euch in zukünftigen Blogbeiträgen mehr berichten und erklären. 

Ich bin dann mal weg! Wie habe ich das gemacht? Nach 20 Jahren Schluss mit dem Betrieb, in dem man großgeworden ist, seitdem man 16 Jahre alt ist. Für mich war es ein Ausstieg auf Raten. Dieser hat mit dem Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 begonnen. Während der Verkündung des ersten Lockdowns saß ich in der Filiale am Klosterstern und fragte mich, ob es die Deutsche Bank ist, die mich in den nächsten 20 Jahren auf meinem Weg begleiten wird. Und hier kam ich schnell zu einer Antwort. Nein, es ist nicht die Deutsche Bank. Es ist keine Bank, es sollen Immobilien sein. Schritt für Schritt schraubte ich meinen Präsenz in der Deutschen Bank herunter, um mich mehr mit Immobilien beschäftigen zu können. Am 25. November 2020 beurkundeten Olli und ich die NB Grundbesitz. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir drei Grundstücke, wovon wir eines auch bebaut haben. Zum Jahreswechsel einigten wir uns dann darauf, dass unser Projekt NB Grundbesitz mehr Zuwendung benötigt. Die Entscheidung war schnell getroffen, ich hörte auf operativ in der Deutschen Bank zu arbeiten und konzentrierte mich auf die Projekte und die ersten Mitarbeiter, die im März und April 2021 anfingen. Gleichzeitig nahm ich die Kommunikation mit der Deutschen Bank auf und teilte mit, dass ich mir eine Auszeit bei der Deutschen Bank nehmen werde, denn im Februar 2021 wurde ich zum vierten Mal Vater. Nach langen Gesprächen, wurde eine gemeinsame Lösung gefunden und so ist mein Vertrag mit Wirkung zum 28.02.2022 aufgehoben. 

Ohne die Deutsche Bank, wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. – Ein klares Fazit, welches aus den vielen Erfahrungen und dem gigantischen Netzwerk, welches ich sammeln und kennenlernen durfte entspringt. Langjährige Kollegen, die zu Freunden oder Kooperationspartnern geworden sind und natürlich auch Kontakte, mit denen wir gemeinsam Finanzierungen auch für unsere NB Grundbesitz Projekte abwickeln können und wollen, sind das Ergebnis einer lehrreichen, und formenden Zeit bei der Deutschen Bank. Getreu dem Motto, wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören, schaue ich nicht wehleidig zurück, sondern bin dankbar für das was die letzten 20 Jahre aus mir gemacht haben. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Hans Neemann (Dienstag, 01 März 2022 19:56)

    dem ist nichts hinzuzufügen. Alles Gute mein Sohn!

  • #2

    Michi Nonnast (Dienstag, 01 März 2022 20:05)

    Never forget where you come from.
    Allzeit gutes Gelingen und weiterhin viel Erfolg! ��

  • #3

    Andre Krapalis (Samstag, 05 März 2022 09:05)

    Sauber Lars,
    ich freue mich dich zu kennen und bin sehr beeindruckt wie Du deinen Weg gemeistert hast und du auch keine Angst hast neue Wege einzuschlagen gerade auch mit der Herausforderung 4facher Papa zu sein und es allen Recht zu machen. Viel Erfolg auf deinem Weg. Du wirst das machen. Wir sehen uns …